Pjer Zalica

Gori Vatra!

Regisseur Pjer Zalica hat einen Tanz auf dem Vulkan inszeniert, ein Feuerwerk voller Bildwitz, aber auch reich an denkwürdigen Situationen und starken Momenten. Wie sollen vier Feuerwehrleute zusammenarbeiten, die zwei verschiedenen Volksgruppen angehören, die einander eben noch aufs Scheusslichste bekämpft und verfolgt haben? Wie soll ein Vater mit der Tatsache umgehen, dass sein Sohn nie mehr wiederkehren wird? Zalica schaffte es, uns über solche Situationen nachdenklich schmunzeln zu lassen, weil er sie in bester balkanischer Tradition genüsslich ad absurdum führt. Bis hin zum Besuch von Clintons Limousine. Zalicas Komödie ist scharfsinnig, tiefsinnig und irrsinnig. Kurz: Urkomisch und voller Poesie. Walter Ruggle, Trigon Film

Klappentext:

Tesanj ist eine kleine bosnische Stadt, deren düstere Realität die vordergründige Bilderbuchidylle Lügen straft: bescheidene, offene und warmherzige Bewohner, fröhliches Leben, ein Marktplatz, Traditionen, gute nachbarschaftliche Beziehungen. So weit die Fassade. Hinter dieser glatten Oberfläche liegen allerdings ethnische lntoleranz, Kriminalität, Prostitution und Korruption. Die Ankündigung eines bevorstehenden Besuchs des US-Präsidenten Bill Clinton in Tesanj versetzt die kleine Gemeinde in Euphorie. Sie erwartet, dass im Scheinwerferlicht der internationalen Gemeinschaft massiv ausländisches Kapital fliesst – man verspricht sich Wohlbefinden und Wohlstand. Hat der US-Präsident nicht akzeptiert, Pate dieses FIeckchens zu werden? Damit der Traum jedoch Realität wird, muss Tesanj sich seiner Schattenseiten entledigen. Unter der Aufsicht und mit der Hilfe von internationalen Beobachtern unternimmt das bosnische Städtchen einen Wettlauf mit der Zeit, in dem ihm bloss sieben Tage bleiben, um die Demokratie umzusetzen und das friedliche Städtchen zu werden, das es mutmasslich ist! Je schneller die Zeit vergeht, umso mehr verfällt die Gemeinschaft dem lrrsinn: die Prostituierten verwandeln sich in Revuetänzerinnen, die den verschiedenen Religionen und Kulturen huldigen, die Feuerwehr gründet hastig ein Orchester, und man holt das Gemeindewappen hervor, das für diese Gelegenheit dem amerikanischen Geschmack angepasst wird. Pjer Zalica schuf einen scharfsinnigen und poetischen Film, in dem die Ironie der liebevollen Beschreibung von Filz und Zynismus im Nachkriegs-Bosnien gegenübersteht. Tatsächlich hat der vom Regisseur gezeigte Horror etwas Amüsantes an sich. Der eigenwillige, bissige Ton entspricht der bittersüssen Melancholie, die den besten Tragikomödien eigen ist.

Über die Autorin / über den Autor:

Pjer Zalica, 1964 geboren in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina, ist Regisseur und Autor. Er ist für seinen Film Gori Vatra! und für das Drehbuch von Der perfekte Kreis bekannt geworden.

Preis: CHF 15.00
Sprache: Bosnisch, mit deutschen, französischen und englischen Untertiteln
Art: DVD
Erschienen: 2013
Verlag: Trigon Film
Masse: 105 Min.

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