Pier Paolo Pasolini

in persona

Gespräche und Selbstzeugnisse

Klappentext:

Interviews gebe er nur widerwillig, erklärte Pasolini. Dennoch hat er seit Mitte der fünfziger Jahre eine beträchtliche Anzahl gewährt: in grossen Tages- und Wochenzeitungen, in Magazinen wie der Vogue, in Gesprächsbänden und zunehmend auch im Fernsehen. Er erzählt Dacia Maraini von seiner Kindheit, er spricht über alten und neuen Faschismus, seine Schwierigkeiten mit den 68ern, über antidemokratische Massenmedien, Sex als Metapher und über sein liebendes Irrewerden an Italien – bis zum letzten Interview wenige Stunden vor seinem Tod.

Die Interviews bezeugen nicht nur die erstaunliche mediale Präsenz eines öffentlichen Intellektuellen, der sich manchmal sogar selbst befragt. Sie begleiten und ergänzen das vielfältige Schaffen des künstlerisch-publizistischen Multitalents Pasolini. In den Gesprächen erprobt er Thesen, setzt sich gegen Kritik an seinen Romanen und Filmen zur Wehr, verkörpert gleichsam den linken Ketzer, den masslos angefeindeten und mitunter selbst masslosen Polemiker. Vor allem aber zeichnet diese Auswahl von Gesprächen – sowie kaum bekannten autobiografischen Texten – ein facettenreiches Bild des Menschen Pasolini, dessen Wunsch nach Nähe und Dialog verzweifelt lebendig bleibt.

Über die Autorin / über den Autor:

Pier Paolo Pasolini, 1922 in Bologna geboren, war Schriftsteller, Filmregisseur, Journalist und Kritiker. Er lebte in Casarsa (Friaul), verlor wegen "obszöner Handlungen in der Öffentlichkeit" seine Stelle als Lehrer und zog 1950 nach Rom. Mit dem Roman Ragazzi di Vita (1955) erlangte er grosse Bekanntheit in Italien und avancierte mit den Freibeuterschriften zu einem der wichtigsten und streitbarsten Intellektuellen seiner Zeit. Pasolini wurde 1975 in Ostia ermordet.

Preis: CHF 30.90
Sprache: Deutsch (aus dem Italienischen von Martin Hallmannsecker)
Art: Broschiertes Buch
Erschienen: 2022
Verlag: Wagenbach
ISBN: 978-3-8031-3716-6
Masse: 208 S.

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