Baha Taher

Die Oase

Ägypten im ausgehenden 19. Jahrhundert: Machmud wird als Polizeikommandant in die weit entfernte Oase Siwa versetzt. Seine irische Frau Catherine begleitet ihn. Der Roman ist eine Aufeinanderfolge von Kapiteln aus den Perspektiven von Machmud und Catherine und von zwei herausragenden Scheichen der Oase: Sobir, der heimtückische, hasserfüllte Scheich der Ostsippe und Jajacha, der greise, heilkundige und versöhnende Scheich der Westsippe. Der Zwist der beiden Sippen, wie auch die engen Traditionen der Oasenbevölkerung machen das Leben von Machmud und Catherine zu einem Gefängnis, wo sie sich ihres Lebens nicht mehr sicher sind. Während es dem von Schuld verzehrten Machmud, der seine Vergangeneit und seine Gegenwart als Verrat an seinen Idealen betrachtet, immer näher in die Arme des eigenen Todes treibt, setzt sich die Alterums-versessene Catherine über alle vernünftigen Ratschläge hinweg und fordert das Schicksal heraus – ohne zu erkennen, was das eigentlich bedeutet. Die Ankunft ihrer todkranken Schwester Fiona, in die sich Mahmud verliebt und des jungen und ehrgeizigen Captains Wasfi, der gegen Machmud intrigiert, treibt Machmud zu einer verzweifelten Tat. Die wechselnden Perspektiven schaffen es noch zusätzlich, die LeserInnen in diese weit entfernte, irgendwie zeitlose Oase mitzunehmen und die wachsende Enge der einzelnen Charaktere nachzuvollziehen. cn 

Klappentext:

Das 19. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu, als der politisch in Ungnade gefallene Machmud Abdel Sahir von Kairo in die abgelegene und gefährliche Oase Siwa nahe der libyschen Grenze versetzt wird. Er sieht sich gezwungen, den Posten zu übernehmen, wohl wissend, dass zwei seiner Vorgänger ermordet worden waren. Aber weiss er wirklich, was ihn erwartet? Siwa ist eine eigene Welt mit ureignen Gesetzen. Auf Schritt und Tritt erwacht die Geschichte: Das Orakel von Alexander dem Grossen, das Bad der Cleopatra, der hartnäckige Widerstand der berberischen Einwohner gegen alle Eindringlinge. In Siwa sieht sich Machmud nicht nur mit den sich untereinander bekriegenden Einwohnern konfrontiert, zwischen deren Fronten er bald gerät, sondern da ist auch noch Catherine, seine irische Frau, die mit ihrer unverhohlenen Art die ganze Gemeinschaft gegen sich aufbringt, und eine junge Schönheit, deren Wunsch nach Freundschaft ein Verhängnis nach sich zieht. Als die Kluft zwischen Besetzer und Besetzten, Frau und Mann, Traum und Realität immer weiter wird, erreichen die Spannungen ihren Hochpunkt.

Über die Autorin / über den Autor:

Baha Taher, geboren 1935 in Karnak, studierte Geschichte und Medienwissenschaft und engagierte sich in den linksorientierten Literaturkreisen der 1960er Jahre. Im Jahr 1964 veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte. Sechs Romane, weitere Kurzgeschichten und nichtfiktionale Arbeiten folgten. Nach vielen Jahren des Exils in der Schweiz, wo er als Übersetzer der UNO in Genf tätig war, ist Baha Taher wieder nach Ägypten zurückgekehrt. Seine Romane gehören heute zu den meistgelesenen in der arabischsprachigen Welt. Im Jahr 1998 wurde er mit dem State Award of Merit in Literature, Ägyptens renommiertestem Preis für Schriftsteller, geehrt. Für seinen Roman Die Oase erhielt Baha Taher im Jahr 2008 den erstmals verliehen und hoch dotierten International Prize for Arabic Fiction (Arabic Booker Prize).

Preis: CHF 29.90
Sprache: Deutsch (aus dem Arabischen von Regina Karachouli)
Art: Gebundenes Buch
Erschienen: 2011 (2007)
Verlag: Unionsverlag
ISBN: 978-3-293-00433-7
Masse: 333 S.

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