Hala Alyan

Häuser aus Sand

Ein Krieg reiht sich an den anderen und bestimmt das Leben der Familie Yacoub. Mit gnadenloser Regelmässigkeit muss die Familie ihr Zuhause zurücklassen. Auch wenn es sich um eine begüterte Familie handelt, die sich offenbar ohne grosse Probleme wieder ein neues Haus, oder neue Wohnungen leisten kann, tut sich mit jeder Flucht aufs neue eine Leerstelle auf, die nicht so einfach gefüllt werden kann. Der Roman setzt 1963, am Tag der Hochzeit von Alia ein, in Nablus. Alia, eine junge, lebensfreudige Frau, fühlt sich in Nablus zuhause, und kennt Jaffa, wo ihre Eltern bis 1948 zuhause waren, nur aus den Erzählungen. Allerdings weiss sie auch, dass ihr Vater aus Schmerz über den Verlust seiner Welt gestorben ist.

Die aufeinanderfolgenden Kriege – der Sechstagekrieg in Israel, die Invasion in Kuwait, der Bürgerkrieg im Libanon – bilden das Metronom der sich aneinander reihenden Bilder der Familie. Manchmal liegen nur wenige Jahre dazwischen, dann wieder grössere Zeitabstände. Die einzelnen Abschnitte werden von immer anderen Mitgliedern der Familie erzählt – aus der Kinderperspektive, die verständnislos auf die zerbombten Strassen Beiruts blickt, die zurückblickende des Grossvaters, der seine Verluste wägt, die verzweifelte Perspektive einer jungen Frau, die an den Orten bleiben will, wo sie sich wohlfühlt.

Eine grosse Familiengeschichte, in die man eintauchen kann und die einem auf nachvollziehbare und berührende Weise nahebringt, was es bedeutet, nicht wirklich tiefe Wurzeln an einem Ort schlagen zu können. cn

Klappentext:

Vor Jahren schon musste Salma ihre geliebte Heimat Jaffa verlassen. In Nablus hat sie mit ihrem Mann und ihren Kindern einen neuen Platz gefunden. Doch das Haus bleibt ihr stets fremd. Allein den Garten kann sie zu ihrem eigenen Reich machen, und unter ihren Händen wird er zu  einem farbenfrohen Paradies. Ihre Tochter Alia dagegen fühlt sich mit dem Haus und Nablus so verbunden, wie Salma es mit Jaffa war. Doch der Kaffeesatz sagt auch Alia ein unruhiges und schwieriges Leben voraus. Salma verschweigt diesen Teil der Vorahnung und muss erleben, wie ihr Sohn ihr im Sechstagekrieg genommen wird und ihre Tochter nach Kuwait flieht. Alia hasst ihr neues, beengtes Leben und durchlebt, so wie ihre Mutter, nicht nur dieselbe Sehnsucht nach der Heimat, sondern auch den Widerstand ihrer Kinder gegen ihr Festhalten an den alten Regeln. Zwanzig Jahre später verlieren Ali und ihre Familie erneut ihr Zuhause und retten sich in alle Himmelsrichtungen: nach Boston, Paris, Beirut. Wieder einmal wird ihre Geschichte von anderen bestimmt und geschrieben. Erst als Alias Kinder in der Fremde auf einen Ort hoffen, der ihnen für immer bleibt, begrreifen sie, dass die Überzeugungen ihrer Mutter deren einziger Halt in einer sich ständig ändernden Welt sind.

Häuser aus Sand ist ein Roman über die Gemeinschaft, die uns alle prägt, die Familie, und über den Ort, der für uns alle lebensnotwendig ist, das Zuhause.

Über die Autorin / über den Autor:

Hala Alyan, geboren 1986, ist eine palästinensisch-amerikanische Autorin und Lyrikerin. Für ihre Lyrik ist sie mehrfach ausgezeichnet worden. Häuser aus Sand ist ihr erster Roman, der auf Deutsch erscheint. Neben dem Schreiben arbeitet Hala Alyan als Psychologin. Sie lebt mit ihrem Mann in Brooklyn, New York.

Michaela Grabinger arbeitet seit 1985 als Übersetzerin. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen u.a. P.D. James, Michael Chrichton, Elif Shafak, Helen Simonson, Tan Twan Eng und Anne Tyler.

Preis: CHF 33.90
Sprache: Deutsch (aus dem Englischen von Michaela Grabinger)
Art: Gebundenes Buch
Erschienen: 2018 (2017)
Verlag: Dumont
ISBN: 978-3-8321-9855-8
Masse: 395 S.

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